Immobilien-Crowdinvesting

Immobilien-Crowdinvesting

 

Beim Immobilien-Crowdinvesting schließen sich Privatanleger zu einer Crowd zusammen, um die Realisierung eines Bauvorhabens zu finanzieren. Privatanleger können schon mit geringen Beträgen an der Entwicklung des Immobiliensektors teilhaben, was zuvor nur mit hohem Kapitaleinsatz und über Immobilienfonds oder –aktien möglich war.

Die Crowdinvestoren teilfinanzieren eine Bestandsimmobilie oder ein Immobilienprojekt über ein Darlehen. Sie erhalten im Gegenzug einen jährlichen Zinssatz zwischen 4,5 und 7,5 Prozent. Die Mindestinvestitionssummen liegen je nach Anbieter zwischen 100 und 1000 Euro. Die Laufzeiten der Darlehen betragen zwischen 18 und 36 Monaten. Bekannte Vertreter dieser Branche sind Exporo, Zinsland und Zinsbaustein.

Privatanleger beteiligen sich beim Immobilien-Crowdinvesting über Mezzanine-Kapital in Form nachrangiger Darlehen. Im Falle eines Scheiterns des Bauvorhabens werden also zuerst Großgläubiger wie Banken ausgezahlt. Um die Rechte der Crowdinvestoren hier zu stärken, haben einige Anbieter das Format weiterentwickelt. Sie lassen nachrangige Grundbucheinträge vornehmen und setzen Treuhänder ein, die die Interessen der Crowdinvestoren vertreten sollen.

Um das Risiko eines Immobilien-Crowdinvestings zu minimieren, sollten Privatanleger niemals ihr gesamtes Vermögen in ein Immobilienpojekt stecken, sondern ihr Risiko möglichst breit streuen. Außerdem sollten sie nach Angeboten mit einem möglichst späten Projekteinstieg Ausschau halten, wenn Kosten- und Genehmigungsrisiken bereits ausgeräumt sind. Die Selbstverpflichtung des Bauträgers kann ebenfalls ein positiver Faktor sein. Wenn er selbst in das Projekt investiert hat, zeigt das, dass er an den Erfolg des Bauvorhabens glaubt.

Der Markt für Immobilien-Crowdinvesting ist im Jahr 2016 stark gewachsen, wie aus einer Marktumfrage des Informationsportals crowdfunding.de hervorgeht. Das gesamte Finanzierungsvolumen belief sich auf 63,8 Millionen Euro, was einem Zuwachs von 39 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Crowdinvesting-Plattformen, die auf Immobilien-Projekte spezialisiert sind, haben im vergangenen Jahr 40,3 Millionen Euro umgesetzt. Das entspricht einer Umsatzsteigerung von 92 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *

Close
Close